Ausbau der Strecke im Rahmen des „Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nummer 9 (VDE 9)“
Leipzig – Dresden
Mit der Realisierung der Ausbaustrecke Leipzig – Dresden (VDE 9) werden die technischen Voraussetzungen geschaffen, um den sächsischen Wirtschaftsraum besser mit den Industriezentren Westdeutschlands zu verbinden. Nach Abschluss der Arbeiten sind zwischen Leipzig und Dresden höhere Geschwindigkeiten bis 200 km/h und damit kürzere Fahrzeiten möglich. Zudem wird die bestehende Infrastruktur entlastet. Innerhalb des Projekts werden zahlreiche Teilvorhaben umgesetzt, die sich in unterschiedlichen Phasen befinden. Einige sind bereits fertiggestellt, andere noch im Bau oder in der Planung.
Die 117 Kilometer lange Strecke zwischen Leipzig und Dresden verbindet die beiden größten Städte Sachsens miteinander. Um zusätzliche Kapazitäten für Reisezüge zu schaffen und kürzere Fahrzeiten zu ermöglichen, wird die vorhandene Strecke mehrgleisig ausgebaut und mit Elektronischer Stellwerkstechnik (ESTW-Technik) ausgestattet. Dadurch werden die technischen Voraussetzungen für Geschwindigkeiten bis 200 km/h geschaffen. Vorteil für Reisende: Die Fahrzeit kann von 91 Minuten (vor Baubeginn) auf 45 Minuten (nach Fertigstellung) verkürzt werden.
Der Streckenausbau zwischen Leipzig und Dresden wird in mehreren Baustufen realisiert:
1. Baustufe: Leipzig – Riesa (1998 – 2003)
Der Streckenabschnitt zwischen Leipzig und Riesa wurde zweigleisig ausgebaut und technisch so ausgerüstet, dass Geschwindigkeiten bis 200 km/h möglich sind.
2. Baustufe: Dresden-Neustadt – Dresden Hauptbahnhof (2003 – 2010)
Zwischen Dresden-Neustadt und Dresden Hauptbahnhof wurden die Fernverkehrsgleise auf drei erweitert, die Gleise für die S-Bahn auf zwei. Zudem wurde der Bahnhof Dresden-Neustadt schrittweise modernisiert.
3. Baustufe: Riesa – Dresden-Neustadt (seit 2002)
Folgende Teilprojekte wurden im Rahmen der 3. Baustufe bisher umgesetzt:
Abschnitt Riesa – Abzweig Röderau
Die Strecke zwischen Riesa und dem Abzweig Röderau wurde dreigleisig ausgebaut und 2006 fertiggestellt. In Riesa wurde ein sogenanntes Unterwerk errichtet, das der Stromversorgung der Züge auf der Strecke dient.
Abschnitt Weißig – Böhla
Zur Verbindung der beiden Fernverkehrstrecken Leipzig – Dresden und Berlin – Dresden wurde eine zweigleisige Verbindungskurve zwischen Weißig und Böhla gebaut und 2010 fertiggestellt.
Abschnitt Weinböhla – Radebeul West
Auf dem Abschnitt Weinböhla – Radebeul West wurden bis 2010 die Gleise erneuert, Oberleitungs- und Signalanlagen errichtet sowie Bahnübergänge beseitigt.
Abschnitt Coswig – Dresden-Neustadt
Die 13 Kilometer lange S-Bahn-Strecke zwischen Dresden-Neustadt und Coswig sowie die parallel dazu verlaufende Fernverkehrsstrecke wurden auf insgesamt vier Gleise ausgebaut. Somit ist in diesem Streckenabschnitt eine vollständige Trennung des Nah- und Fernverkehrs möglich. Nach Abschluss der Arbeiten sind auch für die S-Bahnen höhere Geschwindigkeiten von 80 bzw. 120 km/h möglich. Entlang der Strecke wurden 22 Eisenbahnüberführungen sowie zahlreiche Bahnsteigtunnel und Stützbauwerke erneuert bzw. angepasst. Weiterhin wurde die S-Bahnstrecke von Radebeul Ost bis nach Meißen Triebischtal ausgebaut und modernisiert. Hier wurde unter anderem der neue Haltepunkt Meißen Altstadt gebaut. In Dresden entstand an der Brücke über die Fritz-Reuter-Straße der neue Haltepunkt Dresden Bischofsplatz. Zusätzlich wurden alle weiteren Haltepunkte entlang der Strecke modernisiert und barrierefrei ausgebaut.
Bahnhof Dresden-Neustadt
Der Umbau des Bahnhofs Dresden-Neustadt wurde 2016 abgeschlossen. Schrittweise wurden im Bahnhof alle Gleistragwerke, Bahnsteige und Gleise erneuert. Zusätzlich wurden die beiden Personentunnel inklusive der Bahnsteigzugänge saniert. Die Verkehrsstation wurde barrierefrei ausgebaut und erhielt unter anderem fünf Aufzüge zu den Bahnsteigen. Die Weichen und Signale werden seit der Modernisierung nicht mehr über lokale Stellwerke bedient. Sie sind seit 2008 mit Elektronischer Stellwerkstechnik ausgerüstet und werden von der Betriebszentrale Leipzig gesteuert. Die Bauarbeiten am Bahnhof Dresden-Neustadt waren eine wesentliche Voraussetzung für den viergleisigen Ausbau in Richtung Coswig. Weitere Informationen zur heutigen Ausstattung des Bahnhofs erhalten Sie unter bahnhof.de.
Im Bau befinden sich momentan folgende Teilprojekte der 3. Baustufe:
Abschnitt Leckwitz – Kottewitz und Radebeul Nord – Dresden-Neustadt (seit 2016)
Auf den Streckenabschnitten Leckwitz – Kottewitz und Radebeul Nord – Dresden-Neustadt wird das europäische Zugsicherungs- und Steuerungssystem „European Train Control System“ (ETCS) integriert. Das ETCS bildet den ersten einheitlichen europäischen Standard eines Zugsicherungssystems und ist zudem eine Voraussetzung dafür, um die Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke zwischen Leckwitz und Kottewitz auf 200 km/h anheben zu können.
Abschnitt Kurve DEK (Dresden – Elsterwerda – Kötzschenbroda) (Abzweig Radebeul-Zitzschewig – Abzweig Radebeul Nord) (Anfang 2018 bis Mitte 2020)
Der Streckenabschnitt zwischen Dresden und Elsterwerda wird inklusive der dazugehörigen Verbindungskurve im Bereich des Haltepunktes Radebeul-Zitzschewig erneuert und mit Elektronischer Stellwerkstechnik (ESTW-Technik) an die technischen Standards angepasst. Außerdem wird die Eisenbahnüberführung (EÜ) über die Meißner Straße an der Stadtgrenze von Coswig zu Radebeul durch zwei neue Brücken ersetzt. Die Brücken werden nacheinander in Stahlbetonrahmenbauweise unmittelbar neben der bestehenden, alten EÜ gebaut. Die beiden Sreckengleise werden zukünftig über je eine Brücke geführt.
Nach der Fertigstellung der ersten EÜ im Jahr 2019 verläuft der eingleisige Zugverkehr zunächst auf dem ersten der neu errichteten Überbauten. Die alte EÜ wird anschließend vollständig zurückgebaut und die zweite Brücke entsteht. Im Bereich des Heizkraftwerkes wird eine Stützwand am Fuß des Bahndammes errichtet und die EÜ Lachenweg saniert. Im Zusammenhang mit den Arbeiten sind Lärmschutzvorkehrungen westlich der Gleise geplant.
In Planung befinden sich momentan folgende Teilprojekte der 3. Baustufe:
Abschnitt Abzweig Zeithain – Abzweig Leckwitz
Der Streckenabschnitt Abzweig Zeithain – Abzweig Leckwitz wird zweigleisig ausgebaut und mit moderner Stellwerkstechnik ausgestattet. Dadurch ist eine Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auf 200 km/h möglich. Der Haltepunkt in Glaubitz wird erneuert, der Haltepunkt in Nünchritz wird an die Geschwindigkeitserhöhung angepasst. Die Bahnübergänge „Bahnhofstraße“ und „Poststraße“ in Glaubitz werden durch Eisenbahnüberführungen ersetzt. Darüber hinaus sind umfangreiche Lärmschutzvorkehrungen geplant.
Eisenbahnknoten Riesa, Bahnhof Riesa bis Abzweig Riesa
Für den Knoten Riesa sind komplexe Arbeiten geplant: Der Bahnhof Riesa wird umgebaut und der Spurplan angepasst. Zudem wird die Verkehrsstation mit moderner ESTW-Technik und dem europäischen Zugsicherungs- und Steuerungssystem ETCS ausgestattet. Mit dem Bau des dritten Gleises bis zum Abzweig Zeithain wird die Erhöhung der Streckengeschwindigkeit bis 200 km/h möglich. Im Bereich des Eisenbahnknotens werden zudem Ingenieurbauwerke neu gebaut und zwei Bahnübergänge (Moritzer Straße und Gohliser Straße) durch Brücken ersetzt.
Kreuzungsbauwerk Dresden Hauptbahnhof
Im Bereich des Kreuzungsbauwerks wird der Spurplan optimiert. Dadurch können die Ausbaustrecken Leipzig – Dresden, Berlin – Dresden und die Sachsen-Franken-Magistrale in den Hauptbahnhof Dresden eingebunden werden. Um eine höhere Durchlassfähigkeit zu ermöglichen, ist ein Umbau erforderlich.
Der Ausbau der Strecke Leipzig – Dresden ist als „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 9“ (VDE 9) Bestandteil des Bundesverkehrswegeplanes (BVWP) von 1992 und dort als vordringlicher Bedarf ausgewiesen. Zudem ist die Ausbaustrecke im Bundesschienenwegeausbaugesetz enthalten.
Weiterführende Links
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Fachreferentin Kommunikation
Brandenburger Straße 1
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