Projekt in gemischter Projektphase

Modernisierung von Strecken und Bahnhöfen

Knoten Lindau

Der Eisenbahnknoten Lindau wird in den nächsten Jahren umfangreich ausgebaut. Grundlage dafür ist ein zwischen dem Freistaat Bayern, der Stadt Lindau und der Deutschen Bahn abgestimmtes Gesamtkonzept: So werden alle Bahnstrecken elektrifiziert und im Lindauer Stadtteil Reutin entsteht ein neuer Bahnhof für den Regional- und Fernverkehr. Zusätzlich werden drei Bahnübergänge durch Unterführungen ersetzt und die Stellwerkstechnik wird erneuert. Der Bahnhof auf der Altstadtinsel bleibt mit allen Zulaufstrecken für den Regionalverkehr erhalten. Sowohl auf der Insel als auch im Stadtteil Reutin werden bisherige Bahnflächen für eine städtebauliche Entwicklung freigemacht. Die Arbeiten begannen am 24. Oktober 2016.

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Lindau ist die südwestlichste Stadt Bayerns und befindet sich im Dreiländereck Deutschland-Österreich-Schweiz. Ein Teil der Stadt liegt auf dem Festland, die Altstadt hingegen auf der Insel im Bodensee. In den nächsten Jahren wird der Eisenbahnknoten Lindau umfangreich ausgebaut und modernisiert. Dabei greifen zahlreiche Projekte ineinander:

Bahnhof „Lindau-Reutin“

In Lindau-Reutin entsteht ein neuer Bahnhof für den Fern- und Regionalverkehr. Er erhält vier Bahnsteigkanten, die barrierefrei erreicht werden können. Der Westkopf des Bahnhofs wird umgebaut, um gleichzeitige Zugfahrten in Richtung Lindau-Aeschach und Lindau Insel zu ermöglichen. Durch den neuen Bahnhof wird der Stadtteil Reutin direkt an den Schienenverkehr angeschlossen. Die Fernzüge nach Österreich und in die Schweiz können künftig in Lindau-Reutin halten, wodurch der Fahrtrichtungswechsel im heutigen Lindauer Hauptbahnhof entfallen kann.

Auf den Flächen zwischen den Gleisen und dem Berliner Platz entstehen Bushaltestellen, Taxistände, Parkplätze und Fahrradabstellanlagen. Zudem werden im südlichen Bereich des Bahnhofs Lindau-Reutin bisherige Gleisanlagen für die städtebauliche Entwicklung freigemacht. Für die Umgestaltung dieses Areals werden derzeit vier unterschiedliche Varianten erörtert. Vom „Grünen Ufer“ bis hin zu verschiedenen Wohnkonzepten haben alle Varianten die Vernetzung von Stadt und See zum Ziel. Es ist geplant, dass das Areal über die bestehende „Kamelbuckelbrücke“ sowie über einen neuen Fuß- und Radweg erreicht werden kann. Dieser wird zudem einen direkten Zugang zu den Bahnsteigen ermöglichen.

Bahnhof „Lindau Insel“

Der Inselbahnhof bleibt erhalten und wird weiterhin für den Regionalverkehr genutzt. Dafür sind sechs der bisher acht Bahnsteiggleise vorgesehen, die anderen beiden werden zurückgebaut. Die Abstellanlagen westlich des Bahnhofs sowie die bestehende Tankanlage werden nach Reutin verlagert. Alle künftig bestehenden Gleise werden elektrifiziert. Auch das denkmalgeschützte Empfangsgebäude bleibt erhalten.

Die derzeit vorhandenen Gleisanlagen trennen die Insel in zwei Teile. Durch den teilweisen Rückbau der Anlagen wird dieser Teilungseffekt aufgehoben und der westliche Teil der Insel mit dem Altstadtbereich verbunden. Die frei werdenden Flächen auf der Insel bieten darüber hinaus neue Möglichkeiten zur städtebaulichen Gestaltung. So können dort beispielsweise Wohnhäuser und ein Seeuferpark am Wasser entstehen. Dazu hat die Stadt Lindau bereits einen städtebaulichen Wettbewerb durchgeführt.

Weitere Arbeiten

In Lindau-Oberreitnau, Weißensberg, Schlachters und Hergensweiler entstehen im Rahmen der „Stationsoffensive Bayern“ neue Haltepunkte für den Regionalverkehr. Die Station „Lindau-Aeschach“ erhält zusätzliche Bahnsteige an der Strecke in Richtung Hergatz und wird barrierefrei ausgebaut.

Es ist vorgesehen, die Bahnübergänge am Langenweg, an der Bregenzer Straße und am Lotzbeckweg in Lindau durch Unterführungen zu ersetzen. Dadurch entfallen künftig Wartezeiten an geschlossenen Schranken.

Die „Thierschbrücke“, welche die westliche Lindauer Insel an das Straßennetz anbindet, wird durch einen Neubau mit breiten Fuß- und Radwegen ersetzt. Auch für die Eisenbahnüberführung an der Wackerstraße im Stadtteil Aeschach ist ein Neubau mit einer breiteren Straße vorgesehen.

Der Seedamm, der die Altstadtinsel mit dem Festland verbindet, wird saniert und verfestigt.

Die Stellwerkstechnik im Bahnknoten Lindau wird modernisiert und auf Elektronische Stellwerkstechnik (ESTW-Technik) umgerüstet. Auch die Oberleitungsanlage zwischen Lindau-Reutin und dem Inselbahnhof wird erneuert. Die Strecke von Lindau-Aeschach zum Lindauer Inselbahnhof wird elektrifiziert.

Direkt mit dem Ausbau des Bahnknotens Lindau sind auch zwei überregionale Großprojekte verbunden: Die Strecken von Lindau nach München (ABS 48) sowie die sogenannte Südbahn von Lindau über Friedrichshafen nach Ulm werden elektrifiziert und für höhere Geschwindigkeiten ausgerüstet.

Modernisierung von Strecken und Bahnhöfen

Mediagalerie

  • Grafik: Im Eisenbahnknoten Lindau werden zahlreiche Einzelprojekte durchgeführt
  • Die Bauarbeiten für die neue Unterführung am Langenweg laufen auf Hochtouren. Voraussichtlich Anfang September 2017 wird das Bauwerk eingeschoben (Juli 2017) (1)
  • Die Bauarbeiten für die neue Unterführung am Langenweg laufen auf Hochtouren. Voraussichtlich Anfang September 2017 wird das Bauwerk eingeschoben (Juli 2017) (2)
  • Der Eisenbahnknoten Lindau wird in den nächsten Jahren umfangreich ausgebaut
  • 3D-Visualisierung: Die geplante Straßenunterführung „Lotzbeckweg“ in Lindau (1)
  • 3D-Visualisierung: Die geplante Straßenunterführung „Lotzbeckweg“ in Lindau (2)
  • 3D-Visualisierung: Die geplante Straßenunterführung „Lotzbeckweg“ in Lindau (3)
  • 3D-Visualisierung: Die geplante Straßenunterführung „Lotzbeckweg“ in Lindau (4)
  • 3D-Visualisierung: Die geplante Straßenunterführung „Lotzbeckweg“ in Lindau (5)
  • Der Bahnübergang „Lotzbeckweg“ wird durch eine Straßenunterführung ersetzt
  • Arbeiten am Bahnübergang „Langenweg“ für die neue Straßenunterführung (Februar 2017) (1)
  • Arbeiten am Bahnübergang „Langenweg“ für die neue Straßenunterführung (Februar 2017) (2)
  • Arbeiten am Bahnübergang „Langenweg“ für die neue Straßenunterführung (Februar 2017) (3)
  • Der Bahnübergang „Langenweg“ wird durch eine Straßenunterführung ersetzt
  • Der Bahnübergang „Bregenzer Straße“ wird durch eine  Unterführung für Fußgänger, Radfahrer und Rettungsfahrzeuge ersetzt
  • Die Abstellgleise und die Dieseltankstelle im Lindauer Hauptbahnhof (rechts im Bild) werden nach Reutin verlagert, so dass die Flächen künftig für die städtebauliche Entwicklung zur Verfügung stehen
  • Die S-Bahn in Richtung Bludenz (A) wird auch künftig am Inselbahnhof abfahren
  • Hier entsteht der neue Fern- und Nahverkehrsbahnhof Lindau-Reutin
  • Der Haltepunkt Lindau-Aeschach wird barrierefrei ausgebaut und erhält zusätzliche Bahnsteige an der Strecke nach Hergatz
  • Die „Thierschbrücke“ wird komplett zurückgebaut und neu errichtet
  • Die Brücke „Wackerstraße“ wird komplett zurückgebaut und durch einen Neubau ersetzt. Die Straße wird verbreitert
  • Der Seedamm, auf dem die Gleise zur Altstadtinsel liegen, wird saniert
  • Der Bahnhof auf der Altstadtinsel mit seinem denkmalgeschützten Empfangsgebäude bleibt auch künftig erhalten
  • Im Infobüro im Lindauer Hauptbahnhof informiert die Deutsche Bahn über den Ausbau des Bahnknotens Lindau
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Ansprechpartner

Deutsche Bahn AG
Michael-Ernst Schmidt
Kommunikation Großprojekte

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