Projekt in gemischter Projektphase

Aus- und Neubau für mehr Kapazität und kürzere Reisezeiten im internationalen Bahnverkehr

Karlsruhe – Basel

Die Strecke Karlsruhe – Basel wird um zwei zusätzliche Gleise erweitert. Die Freiburger Bucht erhält eine Güterumfahrung, Bahnhöfe und Haltepunkte werden modernisiert und Tunnel gebaut. Damit rollt der Verkehr in Zukunft schneller und zuverlässiger – Spitzengeschwindigkeiten von 250 km/h sind dann auf der Strecke möglich. Die Neubauarbeiten werden bis 2035 abgeschlossen. Anschließend wird die bestehende Rheintalbahn im Abschnitt Offenburg – Herbolzheim für den Hochgeschwindigkeitsverkehr ausgebaut.

Die Strecke zwischen Karlsruhe und Basel – auch Rheintalbahn genannt – gehört zu den ältesten und am stärksten befahrenen Eisenbahnstrecken in Südwestdeutschland. Mehr als 250 Nahverkehrs-, Fernverkehrs- und Güterzüge nutzen täglich die Strecke – eine weitere Zunahme des Verkehrs in den folgenden Jahren ist zu erwarten. Die Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe – Basel ist ein wichtiger Teil des Güterverkehrskorridors Rotterdam – Genua: Diese Handelsachse von der Nordsee bis zum Mittelmeer ermöglicht den länderüberschreitenden Verkehr zwischen den Benelux-Staaten, Frankreich, Deutschland und der Schweiz. In ihrer jetzigen Form kann die Rheintalbahn den heutigen Anforderungen des modernen Bahnverkehrs nicht mehr gerecht werden – reduzierte Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h sind die Folge.

Mit dem viergleisigen Aus- und teilweisen Neubau kann zukünftig mehr Verkehr über die Verbindung geführt werden. Zudem wird dadurch eine Entmischung des langsamen und schnellen Bahnverkehrs ermöglicht. Die schnellen Züge des Fernverkehrs können getrennt von den langsameren Zügen des Nah- und Güterverkehrs fahren – Spitzengeschwindigkeiten von 250 km/h sind so im Fernverkehr möglich.

Einige Teilbereiche des insgesamt neun Streckenabschnitte umfassenden Bauprojekts sind bereits fertiggestellt. So ist der Streckenabschnitt von Rastatt-Süd nach Offenburg seit Dezember 2004 in Betrieb. 2012 wurde zudem der Abschnitt zwischen Schliengen und Eimeldingen mit der Eröffnung des Katzenbergtunnels in Betrieb genommen. In anderen Abschnitten laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren: Der Bau des Tunnels Rastatt hat begonnen, in der Freiburger Bucht wird es zwischen Riegel und Hügelheim eine Güterumfahrung geben, anderenorts entstehen neue Bahnhöfe und Haltepunkte. Wiederum andere Abschnitte durchlaufen gerade die Planungs- und Genehmigungsphase.

Für die Entlastung der Anwohner vom Schienenverkehrslärm sind im Rahmen des Projekts aktive Schallschutzvorkehrungen in Form von Lärmschutzwänden geplant. Dort, wo aktiver Schallschutz nicht ausreicht, werden zusätzlich passive Schallschutzvorkehrungen umgesetzt. Dazu gehört beispielsweise der Einbau von Schallschutzfenstern oder speziell konstruierten Schallschutzlüftern.

Zusätzlich steckt das Projekt voller technischer Innovationen: die sogenannte Feste Fahrbahn und eine neuartige Befestigung der Oberleitung kommen in den Tunneln zum Einsatz. Ergänzt wird der Streckenausbau und -neubau durch eine moderne Leit- und Sicherungstechnik. Auf der Strecke Karlsruhe – Basel wird das europäische Zugsicherungs- und Steuerungssystem „European Train Control System (ETCS)“ integriert, das langfristig alle unterschiedlichen, bisher in Europa genutzten nationalen Systeme ablösen soll. Damit bildet das ETCS den ersten einheitlichen europäischen Standard eines Zugsicherungssystems und erleichtert den grenzüberschreitenden Zugverkehr.

Weitere Informationen erhalten Sie in der Broschüre unter „Downloads“.

Pilotprojekt für „Building Information Modeling“ (BIM)

Bei dem Großprojekt „Aus- und Neubaustrecke Karlsruhe – Basel“ werden vier von 13 durch den Bund geförderte Pilotprojekte realisiert. „Building Information Modeling“ (BIM) ist ein Instrument zur innovativen Abwicklung von Infrastrukturprojekten, um unter anderem besser Planungsqualität sowie höhere Termin- und Kostensicherheit zu erzielen. Mit BIM werden Planung, Ablauf und Nutzung von Bauwerken dreidimensional simuliert. Neben den geometrischen Informationen fließen auch Terminplan- und Kostenwerte in das Modell mit ein. Dadurch können Bau- und Kostenverläufe vorab simuliert, gesteuert und bei drohenden Mehrkosten frühzeitig reagiert werden.

Umwelt- und Naturschutz

Die Bauarbeiten erfordern einen gewissen Eingriff in die vorhandene Natur. Um diese auszugleichen, werden unter anderem Bäche und Flüsse renaturiert sowie Fließgewässer ökologisch aufgewertet. Zudem werden sogenannte Biotopvorkehrungen getroffen: Beispielsweise werden Lebensräume für Tiere erhalten oder neu gebaut, Ackerflächen in Wasserschutzgebiete umgewandelt sowie Streuobst- und Blumenwiesen angelegt. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Projektseite.

Aus- und Neubau für mehr Kapazität und kürzere Reisezeiten im internationalen Bahnverkehr

Aktuelles

Aktuelle Informationen erhalten Sie auf der Website zum Bauprojekt. Dort können Sie auch einen Newsletter abonnieren.

Website zum Projekt

Ansprechpartner

Deutsche Bahn AG
Michael Breßmer
Sprecher Großprojekt Karlsruhe – Basel
Wilhelmstraße 1b
79098 Freiburg

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Baubedingte Fahrplanänderungen