Projekt in der Planungsphase

Der Abschnitt zwischen Geltendorf und Lindau wird elektrifiziert und ausgebaut

München – Lindau – Grenze D/A

Die Metropolen München und Zürich liegen gut 300 Kilometer voneinander entfernt. Die Reisezeit mit der Eisenbahn beträgt derzeit mehr als vier Stunden und ist damit länger als auf der Straße oder im Luftverkehr. Um das Potential als umweltfreundlichstes der drei Verkehrsmittel voll auszuschöpfen, wird die Bahnverbindung München – Memmingen – Lindau ausgebaut. Dazu gehört die Elektrifizierung, der bogenschnelle Ausbau für Züge mit Neigetechnik und ergänzende Arbeiten an Gleisen und Stationen. Momentan befindet sich das Projekt im Planfeststellungsverfahren. Zur Beschleunigung der Bahnverbindung München – Zürich werden parallel auch Ausbauarbeiten in Österreich und in der Schweiz durchgeführt.

Die Metropolregionen München und Zürich zählen zu den wirtschaftsstärksten Zentren Europas – die Verkehrsverbindung auf der Schiene wird dem jedoch nicht mehr gerecht. Deshalb wird die Bahnstrecke modernisiert. Durch die Elektrifizierung und den Streckenausbau können die Reisezeit und die Belastungen für die Umwelt reduziert werden.

Die rund 200 Kilometer lange Trasse von München über Memmingen nach Lindau bleibt in ihrer Streckenführung erhalten. Anpassungen in den Kurvenradien sorgen dafür, dass hier künftig moderne Neigetechnik-Züge fahren können. Sie ermöglichen eine höhere Geschwindigkeit in engen Gleisbögen, weil sie sich wie Motorradfahrer ins Kurveninnere neigen und damit die Fliehkräfte für den Fahrgast ausgleichen.

Konkret wird nach Abschluss der Arbeiten in vielen Abschnitten eine Geschwindigkeit von 160 km/h ermöglicht. Heute gilt in weiten Teilen ein Tempolimit von 80 bis 140 km/h. Damit zählt diese Verbindung zu den „langsamsten“ im Fernverkehrsnetz der Bahnen in Europa. Ziel ist es, die heute bis zu viereinhalb Stunden lange Fahrzeit zwischen Zürich und München auf weniger als 3,5 Stunden und die Verbindung
München – Lindau auf weniger als zwei Stunden zu reduzieren.

Der bislang nicht elektrifizierte Abschnitt zwischen Geltendorf und Lindau wird mit einer Oberleitung ausgestattet, sodass die Züge künftig durchgehend elektrisch verkehren können. Zusätzlich sind auch Bauarbeiten an Brücken und Bahnübergängen vorgesehen. Die Bahnhöfe Türkheim und Kißlegg werden barrierefrei ausgebaut.

In Lindau wird im Rahmen eines eigenständigen Projekts ein neuer Durchgangsbahnhof im Stadtteil Reutin errichtet. An diesem werden in Zukunft auch die Fernzüge zwischen München und Zürich halten. Der zeitraubende Fahrtrichtungswechsel am heutigen Kopfbahnhof kann somit entfallen. Weitere Informationen zum Projekt „Knoten Lindau“ erhalten Sie hier.

Die Elektrifizierung und Einbindung der Strecke in das transeuropäische Netz ermöglicht auch im Regionalverkehr des Allgäus und Schwabens eine Verbesserung der Taktanbindung: Durch spurtstärkere, emissionsfreie Elektrofahrzeuge und neue Umsteigemöglichkeiten können kürzere Reisezeiten in die Metropolen oder an den Bodensee ermöglicht werden.

Einer der größten Vorteile für die Anwohner der Strecke: Für einen besseren Lärmschutz in den Ortsbereichen entstehen Schallschutzwände auf rund 25 Kilometern Länge. Hinzu kommen weitere aktive und passive Schallschutzvorkehrungen. Außerdem sind landschaftspflegerische Arbeiten geplant, die für den ökologischen Ausgleich der Baueingriffe sorgen. Zudem ist die optimale Einbettung der Neuplanung in die jeweiligen Landschaftsbilder zwischen dem Ampertal und dem Bodenseeufer vorgegeben. So wird beispielsweise auf zusätzliche Stromtrassen im Allgäu zur Bahnstrom-Einspeisung verzichtet. Stattdessen werden die Versorgungskabel unauffällig und ohne weiteren Platzbedarf entlang der neuen Oberleitung mitgeführt.

Der Abschnitt zwischen Geltendorf und Lindau wird elektrifiziert und ausgebaut

Aktuelles

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